Sind .de-Domains zu billig?

Ich habe kein Problem damit, wenn jemand ein paar gute Domains “auf gut Glück” registriert, um diese später gewinnbringend zu verkaufen (auch wenn ich das nicht als besonders ehrenhaft empfinde). Aber egal.

Womit ich jedoch ein gewaltiges Problem habe, sind Domaingrabber in Form halb-anonymisierter “Limiteds”, am besten noch mit Sitz in Zypern oder Bulgarien. Domaingrabber unterscheiden sich meiner Meinung nach von den eingangs erwähnten Domainhändlern/Domainmaklern darin, dass diese einfach nur blind freiwerdende Domains schnappen und hoffen, diese dem vorherigen Eigentümer (teuer) zurückverkaufen zu können. Inzwischen gibt es auch Urteile, welches dieses Vorgehen in Deutschland als rechts- und sittenwidrig bezeichnen.
Nun dürfte es Domaingrabbern in Zypern oder Bulgarien relativ egal sein, ob sie in Deutschland “sittenwidrig” handeln, so lange sie Geld mit ihrem Vorgehen verdienen. Und an dem Punkt glaube ich, dass .de-Domains viel zu billig sind.

So kann es sich eine (angebliche?) Firma in Leipzig und/oder Bulgarien leisten, freiwerdende .de-Domains zu schnappen. Diese werden dann auf Pseudo-Seiten weitergeleitet, welche anhand von Begriffen im Domainnamen Inhalte aus Wikipedia laden und mit viel Werbung außenherum anzeigen.

In einem aktuellen Beispiel haben wir die Domain eines ehemaligen Kunden auf dessen Wunsch hin gelöscht. Kurze Zeit später war die Domain wieder online - als Eigentümer ist eine inzwischen schon berüchtigte “Domain CONTACT Ltd.” mit Sitz in Leipzig eingetragen; administrativer Ansprechpartner (”Admin-C”) ist die “Nedka Todorova Genovska” in Voyvodinovo, Bulgarien. (An dieser Stelle weise ich gerne darauf hin, dass laut DeNIC-Richtlinien der Admin-C eine ladungsfähige, deutsche Anschrift besitzen muss - ansonsten kann z.B. die Löschung der Domain beantragt werden…). Technischer Kontakt ist eine nicht näher benannte Firma mit typischer Ltd.-Briefkasten-Sammelanschrift in Großbritannien. Dieses Tripel taucht schon seit längerem auf…
Würden .de-Domains einfach 100,- Euro pro Jahr kosten, würde sich das Grabbing meiner Meinung nach mehr in Grenzen halten. Dass es nie ganz auszuschließen ist, hat sich ja publikumswirksam bei der Einführung der .eu-Domains gezeigt…

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