Tagesarchiv für den 8. Oktober 2006

Leidenschaft!

Sonntag, den 8. Oktober 2006

Im Sommer hat nicht weit von meiner Wohnung eine neue Eisdiele (bzw. “nur” Straßenverkauf) eröffnet. Man hat nie Werbung von denen gesehen - keine Flyer, nix. Auch wenn mir der arme Eisverkäufer anfangs noch leid getan hat, weil er bei Wind und Wetter alleine draußen stand, hat sich nach wenigen Wochen doch eine beachtliche Kundschaft eingestellt, so das immer was los war.

Seit einigen Wochen wird nun dezent auf “Holzofen-Pizza” hingewiesen. Es gibt weder Flyer noch Preislisten zum mitnehmen. Trotzdem haben wir (BessereHälfte™ und ich) gestern Abend mal vorbeigeschaut, um uns für einen gemütlichen DVD-Abend mit Pizza einzudecken. Und das was ich erlebt habe, ist einen Blogeintrag wert. :-)

Die “Pizzeria” besteht aus einem großen Raum (ein halb umgebauter, ehemaliger Speiseraum einer alten Gaststätte), in dessen einer Ecke ein riesiger Steinofen steht. Hinter der rustikalen und schlicht dekorierten Zubereitungs-Theke wuselten ein kleiner italienischer Pizzabäcker sowie (so vermute ich) die zwei Inhaber her.
Wir bestellten also zwei Pizzen und ein Knoblauchbrot. Die Bestellung wechselte etwa drei bis fünf mal zwischen diesen drei Personen auf deutsch, halb-italienisch und italienisch hin und her, bis alle Beteiligten Bescheid wussten. Wir zahlten, und warteten die wenigen Minuten auf die Fertigstellung der Pizzen. Kurz danach kamen zwei andere Leute herein:
Kunden: “Wir wollen die acht Pizzen abholen.”
Inhaber 1: “ACHT Pizzen? Das kann nicht bei uns sein.”
Kunden: “Haben wir aber vorhin bestellt… per Telefon…”
Pizzabäcker: “Kann nisch sein… habe nix Bestellung von acht Pizze”.
Inhaber 1: “Ihr habt die wahrscheinlich beim ### bestellt, der ist ein Stück weiter oben diese Straße.”
Kunden: “Hmm - keine Ahnung… kann schon sein…”
Inhaber 1: “Wir hätten uns aber über eine Bestellung von acht Pizzen wirklich sehr gefreut.”
Kunden: “Na dann lassen wir die Pizzen dort einfach sein, und bestellen hier neue.”
Pizzabäcker: “Nooo… sowas kann man nisch maken… die armen Pizze…”
Inhaber 1: “Ne - besser nicht…”
Kunden: “Hmm - habt Ihr einen Flyer oder sowas? Für’s nächste mal?”
(Inhaber 1 gibt ihnen eine der drei in Plastikfolien steckenden Preislisten)
Kunden: “Prima - dann schauen wir nächstes mal hier vorbei!”
Inhaber 1: “Gerne - danke & Ciao!”

Die Leute verließen die Pizzeria (nachdem ihnen der Inhaber noch kurz erklärt hat wo die andere Pizzeria ist) und meinte dann zu uns, dass die Leute die Bestellung dort sicherlich bereuen würden. Es ist eben ein Unterschied, ob eine Pizza in einem richtigen Steinofen oder “nur” so einem Gasto-Hochofen-Dings gebacken wird (was ich übrigens nur bestätigen kann). Unsere in diesem Moment fertig gewordenen Pizzen wurden schon in Kartons gebettet, während Inhaber_2 seufzte und meinte, dass ihm das alleine schon weh tut wenn die gute Pizza in so einem Karton landet (bekanntlich wird der Boden unmittelbar danach wieder weich).
Um auf die Leute mit den acht Pizzen zurückzukommen schlug ich vor, irgendwie Flyer zu drucken oder eine kleine Website mit Preisliste und Telefonnummer einzurichten. Aber genau das wies Inhaber_2 deutlich zurück: “Wir kämen nicht mehr mit den Pizzen hinterher! Im Moment kommt die Kundschaft ausschließlich über Mundpropaganda. Würden wir mehr Pizzen in der gleichen Zeit herstellen (müssen), würden wir uns auch nicht mehr von der Pizzeria nebenan unterscheiden. Wir könnten dann auch keine Sachen wie das mit dem Kaminzimmer realisieren.” Kaminzimmer? “Ja, nebenan bauen wir einen offenen Kamin mit ein paar Ledersesseln und kleinen Tischen - da können die Leute dann das Warten auf die Pizza versüßen”. Eine große italienische Espressomaschine steht übrigens auch schon bereit…

Ich finde das einfach nur genial. Man sieht die Leidenschaft in den Augen funkeln - Qualität statt Masse.

Das Ganze erinnert mich nicht zuletzt auch an Keppler-IT. :-) Wir setzen auch auf Qualität statt Masse (gerade manche Kunden mit “Spezialanforderungen” wissen wovon ich rede) und leben ausschließlich von persönlichen Weiterempfehlungen. Und ich habe auch schon die nächsten Ideen - wie das “Kaminzimmer” - in Vorbereitung.

Und eines ist sicher: ab sofort werde ich jede Pizza dort holen (möglicherweise auch häufiger als bisher), und freue mich jetzt schon auf einen Espresso oder Café Coretto am knispernden Kaminfeuer…

Durch Latschen latschen

Sonntag, den 8. Oktober 2006

Wie versprochen kommt hier noch der Nachtrag zum Urlaub und der vorletzten Woche…

Ein Kunde hatte einen gemanagted dedizierten Server bei uns bestellt. Allerdings wollte die Hardware nicht kommen… “normal” sind Lieferzeiten von wenigen Tagen, aber als nach über eineinhalb Wochen noch nichts kam, klärte ein kurzes Telefonat das es derzeit wohl einen Engpass bei bestimmten Tyan-Mainboards gibt. Statt dem Tyan-Board wurde uns aber dann kurzfristig ein Server mit einem vergleichbaren Asus-Server-Mainboard versprochen. Und der Server kam ausgerechnet am Freitag gegen 18:30. :grr:

Also mal eben schnell das Paket kontrolliert, dann ab damit ins Auto uns ins Rechenzentrum gefahren. In dem Moment als ich die Autotür öffnete und aussteigen wollte, kam eine SMS vom Nagios. Noch während ich die SMS las, sah ich durch die Glasfenster bereits drei Techniker vom Rechenzentrum aufspringen und losrennen. Die SMS lautete sinngemäß auch “kann keine Server in Nürnberg erreichen”. :-|

Die Lage stellte sich als Software-Problem bei den zentralen Routern heraus, und konnte auch nach wenigen Minuten beseitigt werden (da lohnt es sich eben, dass 24/7 Personal vor Ort ist). Dennoch ärgerlich.

Währenddessen habe ich den Server aufgebaut, angeschlossen, unsere automatisierte Debian-Installation angeworfen, und eine knappe halbe Stunde nach dem Check-In war alles fertig. Also nach Hause gefahren, per SSH die Systemkonfiguration abgeschlossen und anschließend meine Urlaubssachen gepackt.

Der Urlaub war trotz kleineren Staus bei der Anfahrt und einem sehr knappen Timing zur letzten Seilbahnfahrt des Tages schön erholsam. Mit einem Bekannten bin ich “durch Latschen gelatscht“, um einen Weg zu einer recht abgelegenen Eishöhle zu erkunden. Dieser führt abseits der großen Wanderwege an ein paar Steilhängen entlang über zwei aufgelassene Almen. Wirklich eine nette Tour. :-)

Latschenlatscherei
Die tiefstehende Wolkendecke “überredete” uns aber recht zeitig zu einer Umkehr.
Die restlichen Tage verbrachte ich in der Hütte mit Fensterstreichen (ja, das muss auch mal sein…), ein klein wenig Internet-SurfenRecherche (GPRS und GPRS-Roaming-Flat machen’s möglich) und vor allem auch damit, in wirklich abgeschiedener Ruhe einige konzeptuelle Ideen zu unserer neuen Admin-Oberfläche zu sortieren.

*seufz* wenn Urlaub halt nicht immer so kurz wäre…

Internet zumachen

Sonntag, den 8. Oktober 2006

Kürzlich im Support:

Kunde: “Dann kann ich das Internet jetzt zumachen?”

Keppler-IT: “Um Gottes Willen - NEIN! Bloß nicht! Das würde weltweit zu einem ziemlichen Chaos führen!”

Kunde: “OK, … den Browser zumachen?”

Keppler-IT: “Darauf könnten wir uns einlassen.”

;-)