Kontextsensitive Werbung

“Kontextsensitive Werbung” kommt garantiert in meine Neuauflage des Bullshit Bingo (Web 2.0 Edition). Die Idee ist prima, und die Effektivität sicherlich größer als bei unkontrolliert gestreuter Online-Werbung, aber die Auswüchse sind in meinen Augen dramatisch.

Da bin ich eben über die Website eines “Marktbegleiters” gestoßen, der stolz von sich behauptet über mehr als 10 Jahre Internet-Erfahrung zu verfügen. Auf der Website des tollen Anbieters, die grafisch etwa auf dem Stand von 1999 stecken geblieben ist, befindet sich zu allem Überfluß ein großes (kontextsensitiv eingefügtes) Werbebanner. “Hosting auch für höchste Ansprüche”, Ziel ist T-Online.de. :-)

Auf einer ganz anderen Baustelle hat im Rahmen eines Businessplan-Wettbewerbs ein junges, motiviertes Team sein Geschäftskonzept für eine spezielle Software vorgestellt. Auf meine Frage hin, wie die potenziellen Käufer dieser Software ihre Ausgaben refinanzieren können, hieß es auch wieder: “kontextsensitive Werbung”. Vielleicht bin ich da zu pessimistisch, aber irgendwie kann ich mir das kaum vorstellen, mit AdSense etc. auf einer durchschnittlich gut besuchten Seite mehrere tausend Euro monatlich einzunehmen, ohne nebenher die User über diese Banner auf fremde Seiten zu verlieren oder durch Überflutung mit Werbebannern von Anfang an zu vergraulen. :-|

2 Bemerkungen zu “Kontextsensitive Werbung”

  1. Stefan F.

    Erinnert mich an einen Artikel von Joel Spolsky:

    Don’t start a business if you can’t explain what pain it solves, for whom, and why your product will eliminate this pain, and how the customer will pay to solve this pain. The other day I went to a presentation of six high tech startups and not one of them had a clear idea for what pain they were proposing to solve. I saw a startup that was building a way to set a time to meet your friends for coffee, a startup that wanted you to install a plug-in in your browser to track your every movement online in exchange for being able to delete things from that history, and a startup that wanted you to be able to leave text messages for your friend that were tied to a particular location (so if they ever walked past the same bar they could get a message you had left for them there). What they all had in common was that none of them solved a problem, and all of them were as doomed as a long-tailed cat in a room full of rocking chairs.

    http://www.joelonsoftware.com/articles/Micro-ISV.html

  2. Klaus Keppler

    Höhö… ein weiteres Beispiel könnte http://www.convinceme.net sein - da kann man online debattieren…

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