Von Slackware zu Debian…

… im laufenden Betrieb. :shock:

Ein spezieller Server läuft seit Jahren unter Slackware-Linux. Bei jedem Umzug auf neue Hardware wurde bei der Gelegenheit auch eine neue Slackware-Version draufgepackt. Nun läuft der Server aber auf relativ aktueller Hardware mit Slackware 9.0 - nicht gerade das Neueste…

Das Problem ist, daß der Server (aus Platzgründen) kürzlich mit einem weiteren RAID-Controller (3Ware 9550SX) und einigen weiteren Platten ausgerüstet wurde. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, läuft der dort selbst compilierte 3w-9xxx-Treiber aber unter Linux 2.4 nicht soooo stabil unter Last. Bevor nun versucht wird, die Slackware 9 mit einem 2.6er-Kernel zu betreiben, soll quasi im Betrieb auf ein aktuelles Debian Linux umgestellt werden.

Um das zu machen, wurde auf dem neuen RAID-Controller ein Debian-Linux “gebootstrapped”, und per chroot-Befehl im dortigen Startverzeichnis ein Dienst nach dem anderen aufgesetzt, konfiguriert, in der Slackware-Umgebung gestoppt und in der Debian-chroot-Umgebung gestartet. Das Ganze funktioniert besser als erwartet. ;-)

Heute Nacht soll dann testweise ins Debian gebootet werden. Wenn das Ganze auch klappt, wird am Sonntag der alte RAID-Controller ausgebaut und ab dem Zeitpunkt immer ins Debian gestartet.

Eine recht spannende Bastel-Geschichte. :-)

7 Bemerkungen zu “Von Slackware zu Debian…”

  1. matthias

    Bin gespannt obs läuft :)

  2. Klaus Keppler

    Ich auch. ;-)

    Die Hälfte der Dienste (NTP, HTTP, MySQL) läuft bereits produktiv in der Debian-chroot-Umgebung! (bin ziemlich begeistert…). Spannend werden dann die *richtig* lastintensiven Dienste auf der Maschine…

  3. matthias

    … und der erste jungfräuliche Boot ins neue System - ist auch immer ein kleiner Nervenkitzel ;)

  4. max

    Hab’ ich schon mehrmals gemacht - bei einem System von Debian etch 64bit auf 32bit gedowngraded, und erst gestern von jenem etch 32bit wieder auf lenny 64bit umgestiegen. :D

    Außer Bootloader und fstab muss man wenig anpassen.

  5. Martin

    Ist eigentlich einfach, wenn man die Packete der Distributionen verwendet. Hab schon öfter Redhat 7/9 auf Fedora aktualisiert oder von Fedora auf Centos.

    2004 oder 2005 habe ich mal ein manuelles Kernel Update von 2.4.x auf 2.6.x gemacht, das war dann doch schon nicht ganz so einfach ;-)

    Aber die Karre lief nicht produktiv, war aber so ein Freitag-Mittag Task “mach ich noch mal eben…”

  6. Klaus Keppler

    Yo, aber von Slackware zu Debian zu wechseln ist ähnlich wie von SuSE zu Ubuntu… ;-)

    Slackware hat(te) keine ordentliche Paketverwaltung (sind alles TGZ-Archive), außerdem stimmen die UIDs/GIDs der wichtigsten Systemaccounts (u.a. mail) nicht überein - und so weiter.

    Im Grunde ist das also eine Neuinstallation mit fliegender Migration aller Dienste - innerhalb der selben Maschine… :mrgreen:

  7. RackBlogger » Blog Archiv » No news is good news

    […] Mit etwas Spannung ist nun die Umstellung des Mailservers abgeschlossen worden. Die Downtime für den Umbau der RAID-Controller, Installation des Bootloaders und allgemeinem Systemcheck hielt sich in Grenzen (nur knapp eine Stunde - hat alles reibungslos geklappt). […]

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