Wen interessiert’s?

Diese Frage stelle ich mir schon seit einiger Zeit zum Thema “Twitter”. Motiviert durch den Beitrag von adminlife.net gebe ich nun auch mal meinen Kommentar dazu ab.

wayne.gifDie Tatsache, dass es dank iPhone, mobiler Datenflatrate etc. immer einfacher wird, irgendeinen “Content” ins Web zu setzen, macht diesen nicht wertvoller. Im Gegenteil - manche Blogger neigen inzwischen ja auch schon dazu, im Blog noch einen “Twitter-Stream” einzubinden, in dem man quasi in Echtzeit sehen kann, was der Blogger gerade so treibt. Wen interessiert so eine Meldung wie “Warte am Bahnhof gerade auf meinen Zug” oder “bei McDonalds ist der Salat ausgegangen”? Nicht nur, dass der Schreiberling mit diesen Informationen seine eigene Zeit verblödelt, nein - die Leser verschwenden auch ihre Zeit damit, ohne danach deren geistigen Horizont in irgendeiner Form erweitert zu haben.

Durch das Internet kann man sich heutzutage einen richtigen “Informationskollaps” holen. Man startet morgens mit Spiegel Online, checkt danach seine neuen Messages in Xing (ggf. auch noch LinkedIn, StudiVZ sowie im einen oder anderen Diskussionsforum). Dann werden im RSS-Reader etliche Blogs durchstöbert, und natürlich alles via Twitter verfolgt. Damit bekommt man locker einen Tag herum, ohne wirklich irgendwas vorangebracht zu haben.

Natürlich gibt es informative Artikel in Online-Zeitschriften, anregende Beiträge in Diskussionsforen und interessante Hinweise in Blogs. Aber mit der Menge an Informationen wird es zunehmend schwieriger, die für einen wirklich relevanten Sachen herauszufiltern. Und “Twitter” kommt dann noch quasi als selbst abonnierter Alltags-Spam dazu.

Ein Freund von mit “twittert” auch. Ich habe ihn kürzlich mal gefragt, was ihn daran genau fasziniert. Verstanden habe ich es nicht wirklich; es gibt angeblich auch nützliche Anwendungen (man kann Leuten wohl auch Fragen stellen bzw. Mitteilungen schicken - aber kann man das nicht auch schon per SMS und E-Mail?).

Der Höhepunkt sind nun “Corporate Twitter Streams”. Unternehmen erzählen, was gerade so passiert. Welche Mitarbeiter heute was beim Chinesen bestellen. Das die Praktikantenstelle besetzt ist. Das man gerade auf einen Kunden wartet, der zu spät dran ist. Das irgendwo ein Sack Reis umgefallen ist.

WEN INTERESSIERT DAS?

Ich versteh’s einfach nicht… Vielleicht kann mich ja jemand aufklären. :-)

geekpoke_twitter.jpg
via: Geek and Poke

5 Bemerkungen zu “Wen interessiert’s?”

  1. HeadY

    Ich versteh es auch nicht so ganz. Zwar versuche ich es hin und wieder, weil ich den Grundgedanken ganz cool finde, besonders wenn es alle meine echten Freunde benutzen würden. “Ich gehe heute in die Disco XYZ”, “Bin grade auf ner Party beim …. ist cool”, “Wer kommt mit schwimmen?”.
    Dafür würde es Sinn machen, aber da ich keinen kenne, der so twittert oder überhaupt keiner in meinem Freundeskreis… tja, Sack Reis? ;)

  2. Sebbi

    Ein Wort: “Fandom”

    Wie auch immer, es ist ganz nett um kurze Momente der Langweile zu überbrücken oder wenn einem ein Gedanke kein ganzes Blogpost wert ist.

    Die Leute die das aber mehr als eine Art Chat nutzen, die verstehe ich auch nicht. Und ab mehr als 50 Leuten denen man folgt wird das ganze sowieso unübersichtlich.

    *sich davonzwitscher*

  3. matthias

    Vielleicht ist twittern ja auch nur eine Modeerscheinung. Mode kommt und geht.

    Für mich sieht Twitter aus wie Zeitverschwendung - es sei denn man verfolgt Tweets, in denen es sich um aktuelle IT Infos o.ä. handelt. Denke aber, dass solche Infos dort klar in der Unterzahl sind. Außerdem lassen sich die Infos in wenigen Zeichen häufig nicht ausreichend darstellen bzw. vermitteln.

  4. Norma Bates

    Mich als schnöde Durchschnittsfrau interessiert tatsächlich was anderes Volk so treibt.

    Wie lange noch? Steht auf einem anderen Blatt.

    Freunde? Ich hab doch Internet

  5. RackBlogger » Blog Archiv » Twitter

    […] Von Twitter halte ich ja irgendwie (noch?) nicht wirklich viel. […]

Einen Kommentar schreiben