Tagesarchiv für den 9. Juli 2009

Kündigungs-Spam

Donnerstag, den 9. Juli 2009

Vor einigen Monaten habe ich meinen privaten DSL-Anschluss bei einem großen deutschen Anbieter gekündigt. Ich war mit dem Produkt nicht zufrieden, und habe zu einem anderen Produkt eines anderen Anbieters gewechselt. Dazu kommt, dass man bei meiner Kündigung nicht gerade sonderlich kulant war: ich hatte den Kündigungstermin um sage und schreibe 8 Tage überschritten, und somit war der Vertrag um ein ganzes Jahr verlängert. :( Das ich selber aber drei Jahre lang (!) dem Anbieter gegenüber kulant war (nicht alle Leistungsmerkmale wurden erfüllt) hat dort aber niemanden interessiert.

Nun - nach dem aufwendigen Kündigungsverfahren (online kündigen, dann telefonisch zurückrufen, am Ende noch ein Fax schicken) folgten zwei Anrufe, ob ich denn wirklich kündigen wolle. Ich habe den armen Damen vom Callcenter klar gemacht, dass ich mit dem Laden Anbieter insgesamt unzufrieden bin und nicht weiter belästigt werden will. Dann war erstmal ein paar Monate lang Ruhe.

Inzwischen nähert sich der bestätigte Kündigungstermin, und damit verdichtet sich die Belästigungs-Frequenz. Mehrfach liegen Briefe im Postkasten, die mir ein ganz spezielles “wir-wollen-Sie-doch-als-Kunden-behalten-haben-Sie-es-sich-nicht-vielleicht-anders-überlegt?”-Angebot enthalten (natürlich gleich wieder mit 12 Monaten Laufzeit usw.). Und dauernd ruft ein Callcenter an und will mich sprechen (was nicht viel bringt, da ich ja tagsüber im Büro bin).

Heute habe ich dann doch mal zurückgerufen und dem Callcenter-Menschen meine Meinung gesagt (vorab habe ich ihm natürlich noch gesagt, dass er das nicht persönlich nehmen darf, sondern am besten aufzeichnen und seinem Supervisor vorspielen soll). Die Tatsache, dass man alle paar Wochen nachfragt ob ich denn noch immer kündigen will, bekräftigt meine Entscheidung noch mehr. Und weiterempfehlen kann und werde ich den Anbieter nun auch nicht mehr.

Auch bei uns kommt es natürlich ab und zu vor, das ein Kunde kündigt. Meistens passiert das, weil der Kunde seinen Betrieb einstellt, auswandert, oder Ähnliches - Transfers zu anderen Anbietern haben wir nur extrem selten (meistens aufgrund eines neuen Webmasters beim Kunden, der die Seiten auf seinen eigenen Server ziehen will). In so einem Fall bringt es doch auch nichts, dem Kunden ewig hinterher zu stalken und zum Bleiben anzuflehen.
Vielmehr sollte doch auch eine Kündigung freundlich und professionell verlaufen, so dass der Anbieter positiv in Erinnerung bleibt. Dann sind die Wahrscheinlichkeiten viel höher, dass der Kunde später wieder zurück kommt, oder einen weiter empfiehlt.