Monatsarchiv für Oktober 2009

Guten Morgen…

Dienstag, den 27. Oktober 2009

… oder besser gute Nacht? Das ist jetzt irgendwie eine blöde Zeit - zu früh (bzw. zu müde) zum durcharbeiten, aber auch fast zu spät um nochmal schlafen zu gehen.

Ich komme eben aus dem Rechenzentrum, zu dem ich gegen 01:30 aufgebrochen bin. Von einem älteren Server hat sich das Netzteil verabschiedet. Für mich war es sogar das erste Mal, dass es so ein Netzteil (Zippy) im laufenden Betrieb zerlegt hat.

Wo ich dann eh schon mal am Umbauen war, habe ich gleich noch ein paar andere Wartungsarbeiten mit erledigt, habe auf dem Heimweg noch Frühstück beim Bäcker geholt, und muss gerade unserer Katze klarmachen dass es für sie noch nicht Zeit für’s Frühstück ist…

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Corpus delicti

Callcenter-Teergrubing

Mittwoch, den 21. Oktober 2009

Da die telefonische Kaltakquise bei Privatkunden in Deutschland verboten ist, weichen die entsprechenden Anbieter zunehmend auf Unternehmen aus. So erhält man als Geschäftsführer natürlich “ganz spezielle” Angebote: für private Krankenversicherungen, Toner, Zeitschriften-Abos, Telefonanbieter, und so weiter.

Weil mir das zunehmend auf den Zeiger geht (“Kann ich bitte mal den Geschäftsführer sprechen? Ja, wir haben da ein ganz spezielles Angebot nur für Geschäftsführer…”), habe ich nun das “Callcenter-Teergrubing” (Layer-8-Tarpitting) eingeführt. :mrgreen:

Anrufe mit “speziellen Angeboten” leite ich dann mit den Worten “Klar, einen Moment, ich verbinde Sie…” an eine ebenso spezielle interne Nebenstelle weiter. Je nach Gemütslage habe ich dort verschiedene endlose Warteschleifen im Angebot. :twisted: (natürlich GEMA-frei)

Das .de-Domain-Chaos

Freitag, den 16. Oktober 2009

Die DeNIC hat (zumindest für Außenstehende) ziemlich kurzfristig beschlossen, einige Beschränkungen für die Registierung von .de-Domains aufzuheben. Vor allem sind nun auch Domains mit einem oder zwei Buchstaben (a.de, kk.de) oder nur aus Zahlen bestehend (123.de) registrierbar.

Das Vergabeverfahren lässt sich wohl am Besten als “Goldgräber-Verfahren” bezeichnen: es gibt quasi keine Investitionskosten, da nur die normalen Domaingebühren berechnet werden (also wenige Euro pro Jahr), und das auch nur bei erfolgreicher Registrierung. Damit aber nicht wie damals bei den Umlaut-Domains das völlige Chaos ausbricht, findet die Aktion (verhältnismäßig) in Zeitlupe statt: jedes DENIC-Mitglied darf nur 4 Bestellungen pro Minute einreichen - unabhängig von dem vom jeweiligen Mitglied verwalteten Domainbestand.

Dieses Verfahren ist ziemlich fair - mit einem Wermutstropfen: als Erstes dürften alle DENIC-Mitglieder versuchen, die interessantesten Domains zu registrieren - egal ob Kundenbestellungen dafür vorliegen oder nicht. Also zum Beispiel “a.de”, “123.de”, “er.de” usw… Ich vermute mal, dass als Eigentümer aller am kommenden Freitag registrierten einstellingen .de-Domains das jeweils erfolgreiche DeNIC-Mitglied höchstpersönlich drinsteht, und die Domain dann anschließend an den Meistbietenden verklopft wird.
Bei den Domainschmarotzern Domaingrabbern äh… “Maklern für den Sekundären Domainmarkt” ist sicher wahres Goldfieber ausgebrochen. Und auch unsere Freunde von Sedo (dem Agar-Agar für Domaindealer) werden die Kassen klingeln lassen.

Was bedeutet das nun aber für uns, als kleinen Provider zwischendrin?

Ganz einfach: zurücklehnen und zuschauen. :)

Da wir kein DeNIC-Mitglied sind (und darüber bin ich in diesem Fall sogar froh) können wir “nur” über unseren Registrar (bzw. unsere Registrare ;-) ) die Bestellungen über deren Warteschlangen einreichen. Die Chancen eine der interessanten Domains zu bekommen sind ziemlich gering. Aber auf der anderen Seite brauchen wir uns den Streß rund um diesen Hype nicht antun. Aus diesem Grund gleich auch noch hier die Hinweise:

  • wir nehmen Vorbestellungen nur von unseren Bestandskunden entgegen. Definitiv.
  • nein, ich werde nicht alle 702 ein- und zweistelligen Domains auf gut Glück vorregistrieren

Nachdem dann die Domaingrabber ihren Spaß hatten, wird dieser nahtlos an die Gerichte weitergereicht werden. Denn ob nun ein Markenrecht, ein Unternehmenskennzeichenrecht, das Namensrecht einer Kommune (Kennzeichen) oder die Initialen einer Person zum (höheren) Recht an einer Domain führen, wird sicherlich nicht immer einfach zu klären sein.

Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte die DeNIC alle 1- und 2-stelligen Domains direkt versteigern sollen. Alle Einnahmen aus der Auktion hätten dann einem wohltätigen Projekt gespendet werden sollen. Das hätte den Gerichten viel Arbeit gespart, es hätte finanzstarken Großkonzernen nicht weh getan, und es hätte der Menschheit insgesamt besser getan.

Aber nach mir geht’s ja nicht.

Rettung in letzter Minute

Montag, den 12. Oktober 2009

Soeben kam DHL mit einem Paket von GEPA: Kaffee ist wieder da! :-)

Im Kaffeeautomaten waren nur noch Bohnen für 1-2 Tassen drin. Das war wirklich die Rettung in letzter Minute. ;-)

Mail mit IPv6

Donnerstag, den 8. Oktober 2009

Seit ein paar Tagen ist unser kompletter Mail-Service (SMTP, POP3, IMAP) auch via IPv6 erreichbar. Nach intensiven Vorbereitungen und ein paar Tests gab es zum Glück keine Probleme nach dem Hinzufügen des AAAA-Eintrags für unseren Mailcluster.

Die Umstellung war relativ Problemlos; die eingesetzte Software (u.a. EXIM und Courier) ist schon seit längerer Zeit IPv6-fähig. Probleme haben eher unsere eigenen Erweiterungen gemacht, insbesondere die Greylisting-Datenbank, die bis dato nur für v4-Adressen ausgelegt war.

Mit einigen anderen Mailservern (u.a. freenet.de) tauschen wir bereits via IPv6 die Mails aus. Ich will demnächst mal eine kleine Statistik vorbereiten, welche das IPv4/IPv6-Verhältnis der Verbindungen zu unserem Mailserver aufzeigt.