Monatsarchiv für September 2010

Beim Rausgehen verhaften…

Dienstag, den 21. September 2010

Am Freitag war ich mit einem Kollegen den ganzen Tag in Frankfurt, um ihn in zwei Rechenzentren einzuweisen und bei der Gelegenheit noch einen Server für einen Kunden zu installieren. Für das erste der besuchten Rechenzentren hatte mein Mitarbeiter allerdings noch keine Freigabe durch den Kunden erhalten (lag am Kunden selbst), so dass der Sicherheitsdienst ihn erstmal nicht mit mir hereinlassen wollte. Da ich wiederum genügend Berechtigungen besaß, konnte ich ihn als “Techniker” vor Ort anmelden und so doch noch mitnehmen.

Der Sicherheitsdienst hat während unserer Arbeiten dann mit dem Kunden telefoniert um die Sache zu klären. Der Kunde ist ein eher großes Unternehmen, bei dem der erste Ansprechpartner wohl auch nicht sofort wusste ob das nun ok ist - die Aussage lautete: “das geht vorerst so in Ordnung, wir können ihn [neuen Mitarbeiter] ja ansonsten auch beim Rausgehen verhaften lassen”. :shock:

Zum Glück hat dann doch noch alles seine Richtigkeit gehabt. Jedenfalls ist es auch gut zu wissen, dass die Sicherheitsrichtlinien dort gut funktionieren.

In einem anderen besuchten Rechenzentrum herrschte eher die Devise “Security by Obscurity”. Mit einer Chipkarte und Schlüsseln bewaffnet kommt man zu den Servern ohne einem einzigen Menschen zu begegnen. Dafür muss man wissen, wo die Server stehen - das ist in dem extrem verwinkelten Gang-System gar nicht einfach.

Schizophren

Dienstag, den 21. September 2010

Als geschäftsführender Gesellschafter bin ich es ja gewohnt, öfter mal Verträge mit mir selbst zu schließen. Heute habe ich bei mir Elternzeit beantragt, diesem Antrag zugestimmt, und mir gleich noch bescheinigt, dass ich während der Elternzeit keine Bezüge durch die GmbH erhalten werde. Für den Dienstwagen wird mir die GmbH während der Elternzeit eine Rechnung stellen.

Ganz schön schizophren. Gut, dass mein Steuerberater so optimistisch ist. :-)

Kompakte AGB

Montag, den 20. September 2010

Ein neuer Marktbegleiter (wenn man den überhaupt als solchen bezeichnen darf) hat besonders kompakt formulierte AGB. Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen:

1. Kein Illegaler Content ! Wenn rechtliche Schritte unternoomen werden Sie zur rechenschafft gezogen!

2.Keine Kündigungsfrist!

3.Downloads und Pronogrhische Inhalte  sind verboten ansonsten wird Ihr Account gesperrt!

Mal unabhängig davon: viele AGB sind tatsächlich unnötig aufgeblasen, weil dort nochmal viele Sachen aufgeführt werden die ohnehin im BGB geregelt sind, oder teilweise sogar gegen das AGBG verstoßen (vor allem viele salvatorischen Klauseln). Je kürzer, desto besser. Als derzeit abschreckendstes Negativ-Beispiel fällt mir da spontan Apple ein.

Mein Internet geht nicht

Montag, den 20. September 2010

Ich liebe diese Anrufe… :-)

Ich erreiche gerade bei [DSL-Provider] nur die Warteschleife und wollte daher Sie einfach mal fragen… ich komme nicht an meine E-Mails. Mein Internet geht auch nicht. Können Sie mir da helfen?

Ist natürlich schön wenn die Kunden uns so gut erreichen können - helfen können wir leider trotzdem nicht.

Der ganz normale Wahnsinn

Dienstag, den 7. September 2010

Seit heute bin ich wieder halbwegs “normal” im Büro, und schon holt mich der tagtägliche Wahnsinn eines Webhosters ein.

Da haben wir einen größeren Kunden (AG), bei dem die letzte Lastschrift geplatzt ist und heute die nächste Mahnstufe dran wäre. Was sehe ich auf deren Website? Den Flyer einer Abschieds-Veranstaltung, und keine fünf Tage später erfolgte die Insolvenzmeldung. :grr:
Unsere Forderungen sind schon an den Insolvenzverwalter herausgegangen (ja, seit heute haben wir eine Funktion in unserem Abrechnungssystem, welche aus der OPOS-Liste automatisch eine Forderungsanmeldung generiert *seufz*). Ob auch eine Anzeige wegen Vorsatz angebracht ist, wird noch überprüft.

Dann haben wir da den Kunden, für den wir letzte Woche bereits zum dritten Mal (!) Malware von seiner Typo3-Website entfernt und ihn zum Updaten der Installation aufgefordert haben. Diesmal fiel der Kunde durch eine Flut von SpamCop-Meldungen auf, die bei uns eintrafen. Auf seinem Webspace fand sich die dazugehörige Phishing-Site sowie ein Potpourri aus PHP-Shells, Malware, und vielem mehr. *seufz*

Und dann haben wir noch den Kunden, der für ein neues Projekt einen CatchAll-Mailaccount benötigte. Der Blick auf seine neue Website zeigt dann auch schon den Grund: für das Angebot kostenloser Wegwerf-Mailadressen. :roll:
Keine gute Idee, da man in Deutschland somit als Kommunikationsanbieter gilt und sich dann auch um BNetzA, TKÜV usw. kümmern darf. Nicht zuletzt tun mir unsere Mailserver jetzt schon leid.

Ich freue mich schon, wenn ich heute wieder heim darf. :-)