Archiv der Kategorie 'Hosting'

Kompakte AGB

Montag, den 20. September 2010

Ein neuer Marktbegleiter (wenn man den überhaupt als solchen bezeichnen darf) hat besonders kompakt formulierte AGB. Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen:

1. Kein Illegaler Content ! Wenn rechtliche Schritte unternoomen werden Sie zur rechenschafft gezogen!

2.Keine Kündigungsfrist!

3.Downloads und Pronogrhische Inhalte  sind verboten ansonsten wird Ihr Account gesperrt!

Mal unabhängig davon: viele AGB sind tatsächlich unnötig aufgeblasen, weil dort nochmal viele Sachen aufgeführt werden die ohnehin im BGB geregelt sind, oder teilweise sogar gegen das AGBG verstoßen (vor allem viele salvatorischen Klauseln). Je kürzer, desto besser. Als derzeit abschreckendstes Negativ-Beispiel fällt mir da spontan Apple ein.

Mein Internet geht nicht

Montag, den 20. September 2010

Ich liebe diese Anrufe… :-)

Ich erreiche gerade bei [DSL-Provider] nur die Warteschleife und wollte daher Sie einfach mal fragen… ich komme nicht an meine E-Mails. Mein Internet geht auch nicht. Können Sie mir da helfen?

Ist natürlich schön wenn die Kunden uns so gut erreichen können - helfen können wir leider trotzdem nicht.

Der ganz normale Wahnsinn

Dienstag, den 7. September 2010

Seit heute bin ich wieder halbwegs “normal” im Büro, und schon holt mich der tagtägliche Wahnsinn eines Webhosters ein.

Da haben wir einen größeren Kunden (AG), bei dem die letzte Lastschrift geplatzt ist und heute die nächste Mahnstufe dran wäre. Was sehe ich auf deren Website? Den Flyer einer Abschieds-Veranstaltung, und keine fünf Tage später erfolgte die Insolvenzmeldung. :grr:
Unsere Forderungen sind schon an den Insolvenzverwalter herausgegangen (ja, seit heute haben wir eine Funktion in unserem Abrechnungssystem, welche aus der OPOS-Liste automatisch eine Forderungsanmeldung generiert *seufz*). Ob auch eine Anzeige wegen Vorsatz angebracht ist, wird noch überprüft.

Dann haben wir da den Kunden, für den wir letzte Woche bereits zum dritten Mal (!) Malware von seiner Typo3-Website entfernt und ihn zum Updaten der Installation aufgefordert haben. Diesmal fiel der Kunde durch eine Flut von SpamCop-Meldungen auf, die bei uns eintrafen. Auf seinem Webspace fand sich die dazugehörige Phishing-Site sowie ein Potpourri aus PHP-Shells, Malware, und vielem mehr. *seufz*

Und dann haben wir noch den Kunden, der für ein neues Projekt einen CatchAll-Mailaccount benötigte. Der Blick auf seine neue Website zeigt dann auch schon den Grund: für das Angebot kostenloser Wegwerf-Mailadressen. :roll:
Keine gute Idee, da man in Deutschland somit als Kommunikationsanbieter gilt und sich dann auch um BNetzA, TKÜV usw. kümmern darf. Nicht zuletzt tun mir unsere Mailserver jetzt schon leid.

Ich freue mich schon, wenn ich heute wieder heim darf. :-)

Dovecot rulez!

Freitag, den 18. Juni 2010

Durch stetig wachsende Kundenzahlen hat auch die Last auf unseren Mailsystemen stetig zugenommen. Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem es nur zwei Möglichkeiten gab: noch dickere (und unverhältnismäßig teurere) Hardware hinstellen (”Bare Metal Scaling”), oder die Postfach-Zugriffe effizienter verarbeiten.

So haben wir uns erstmal für den zweiten Ansatz entschieden (dickere Server kann man später noch immer kaufen), und vor rund vier Wochen unsere langjährig bewährte Courier-IMAP Installation durch Dovecot ersetzt. Das Ergebnis überzeugt:

load-month.gif

Nur durch eine effizientere Software wurde somit die Serverlast um rund 70% reduziert. :-)

Den Spieß umdrehen…

Dienstag, den 25. Mai 2010

Ein Domainlieferant von uns (bei dem wir noch ein paar “Altlasten” liegen haben) hat die Angewohnheit, jeden Monat automatisch eine E-Mail an uns zu schicken, in welcher wir gebeten werden zu prüfen ob unsere hinterlegte Adresse noch korrekt ist.

Mehrere freundliche Hinweise von mir, dass diese E-Mail überflüssig, zeitraubend und inzwischen nervtötend ist, haben nach wie vor zu keiner Änderung der Situation geführt. Immerhin werden inzwischen unsere hinterlegten Kontaktdaten in der E-Mail aufgelistet - früher wurde man gebeten sich doch bitte jedes Mal im Verwaltungsfrontend anzumelden.

Ich habe jedenfalls eben beschlossen, dass wir nun mit der selben Frequenz den besagten Anbieter anschreiben, um ebenfalls die bei uns hinterlegten Kontaktdaten prüfen zu lassen. :twisted:

Sollte sich unsere Adresse oder Firmierung ändern, dann würden wir das selbstverständlich allen Kunden und Lieferanten mitteilen. Und wäre ich an der Stelle dieses Lieferanten, und ein Kunde würde mich bitten ihn nicht mit diesen Mails zu belästigen, dann würde ich in unserem System entsprechende Ausnahmeregelungen definieren…

.de-Ausfall im Rückblick

Mittwoch, den 12. Mai 2010

So - die .de-Zone ist scheinbar wieder da. Hierzu nun folgende Feststellungen:

  • die erste Beschwerde eines Kunden ist hier um 13:36 eingetroffen (eine Domain, die aus bestimmten Gründen eine TTL von nur 5 Minuten hat)
  • um 15:19 haben hier bei einem Test alle .de-Rootnameserver wieder korrekt geantwortet
  • laut einer Mail von Michael Holzt in “DENIC public-l” waren keine Domains betroffen, die mit 0-9 oder a-e beginnen. Das würde auch erklären, warum meine Tests mit “denic.de” immer korrekt aufgelöst wurden.
  • auch laut tagesschau.de waren “nur” Domains von e-o betroffen…

Unsere Kunden haben die Sache mit Verständnis und zum Teil mit Humor aufgenommen. Das spiegelt sich auch in vielen Twitter-Meldungen wieder. Hier eine kleine Auswahl:

  • panatlantica: Es hat sich ja inzwischen auch herausgestellt, dass aufgrund von Cloud-Computing Vulkanasche in die DNS-Tabellen gelangt ist!
  • schiedi: Muss nachher noch meinen Sohn anrufen, wie ihm denn sein Praktikum bei #denic gefällt.
  • Wawerko_de: Chuck Norris braucht keine Nameserver! Er kennt alle IP-Adressen auswendig! #denic
  • JonasLike: Merkel schaltet Internet ab. Genial! Mit der gewonnenen Produktivität haben wir die 750 Mrd. Griechenland-Euro bis heute abend wieder drin.

Und natürlich das Highlight: http://www.denic.de/typo3temp/pics/i_64bbbffdb3.jpg

Nun geht’s aber wieder zurück ans Tagesgeschäft. Betreiber von größeren DNS-Servern können gerne mal ein “rndc flush” ausführen, um die Wartezeit etwas zu verkürzen.

Massive Störung bei DENIC

Mittwoch, den 12. Mai 2010

Hoppla - bei der DENIC ist irgendwas ziemlich, ziemlich, ziemlich Übles passiert. Nur noch zwei der insgesamt sechs .de-Rootserver antworten korrekt. Viel schlimmer als keine Antwort ist aber, dass drei Nameserver falsch antworten - sinngemäß mit “Domain nicht vorhanden”.

dig @s.de.net keppler-it.de ANY => OK
dig @a.nic.de keppler-it.de ANY => TIMEOUT
dig @z.nic.de keppler-it.de ANY => NXDOMAIN !!!!
dig @c.de.net keppler-it.de ANY => OK
dig @f.nic.de keppler-it.de ANY => NXDOMAIN !!!!
dig @l.de.net keppler-it.de ANY => NXDOMAIN !!!!

Das dürfte man dann wohl als DEN Super-GAU der .de-Zone bezeichnen. Die Falsch-Antwort wird zudem noch für zwei Stunden vom jeweiligen DNS-Client gecached. Dürfte also eine Weile dauern bis da wieder alles rund läuft.

Wir stellen uns gerade auf ein erhöhtes Anruf-Aufkommen ein… :-(

[UPDATE 14:53] Die Server f.nic.de und l.de.net funktionieren offenbar wieder korrekt. Nun liefern “nur” noch a.nic.de und z.nic.de eine falsche Antwort. :grr:

[UPDATE 15:09] a.nic.de antwortet auch wieder. Fehlt nur noch z.nic.de …

[UPDATE 15:19] Nun scheinen alle .de-Rootnameserver wieder da zu sein. Jippie. :)
Somit dauert es nun “nur” noch maximal 2 Stunden, bis alle fehlerhaften NXDOMAIN-Antworten aus den Caches der DNS-Resolver fliegen. Oder wie wir es unseren Kunden am Telefon formulieren: “Heute Abend geht das Interner voraussichtlich wieder normal.” 8-)

Bezug zur Realität

Mittwoch, den 12. Mai 2010

Eine großes deutsches Webhosting-Forum hat seit einer Weile ein neues Ausschreibunggsystem online. Darunter finden sich immer häufiger echt interessante Anfragen:

- Webhosting-Paket oder managed vServer
- mind. 30 GB Speicherplatz
- mind. 1-2 GB RAM
- 24/7 Backup usw…
- 3000 GB Traffic (oder Flat)
für 10-20 Euro pro Monat

Würde man an die Preisvorstellung noch eine weitere Null anfügen, könnte ich mir sogar vorstellen ein Angebot abzugeben. Aber selbst dann müsste man den Traffic nochmal nachverhandeln.

Anfragen kostet ja erstmal nichts, und es finden sich vielleicht auch tatsächlich Anbieter, die für diesen Preis glauben, lukrativ wirtschaften zu können. Aber mal im Ernst: wer die angefragten Ressourcen tatsächlich beansprucht, verursacht dem Anbieter mindestens rund 200 EUR Kosten pro Monat. Und dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann man sich den nächsten Anbieter suchen darf…

Bei uns gibt’s gemanagte virtuelle Server übrigens ab 58,31 EUR brutto (49,- EUR netto) pro Monat - inkl. 250 GB Traffic. :)