Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Timezone-Datenbank vorerst “weg”

Freitag, den 7. Oktober 2011

Eigentlich jedes Unix/Linux-System hat sie: die Zeitzonen-Datenbank (auch bekannt als “tz” oder “tz-data”). Es handelt sich hierbei um die Quelle für weltweite Zeitzonen-Informationen - keine andere Datenbank (angeblich auch die von Microsoft gepflegte Zeitzonen-Datenbank für Windows) erreicht deren Umfang und Präzision.

Gepflegt wurde tz-data bisher von Arthur Olson und Paul Eggert - und zwar völlig unentgeltlich. Gestern wurde die Site geschlossen.

Hintergrund ist die Klage eines Verlags, der ein Buch über Zeitzonen in Amerika (bis 1991) und ein dazugehöriges Computerprogramm herausgebracht hat. Die in dem Buch veröffentlichten Informationen sind zumindest teilweise auch in tz-data enthalten, und das mißfällt diesem Verlag. Ob die Informationen über Zeitzonen tatsächlich urheberrechtlich geschützt werden können ist recht umstritten - einerseits können keine Rechte auf Fakten beansprucht werden (und darum handelt es sich bei Zeitzonen), andererseits können Inhalte von Datenbanken unter bestimmten Voraussetzungen durchaus geschützt werden.

Jedenfalls hat sich der Verlag mit dieser Klage selbst ins Knie geschossen: in tz-data wird deren Buch als Informationsquelle empfohlen - was sich künftig ändern dürfte.

Die Folgen sind derzeit noch nicht absehbar. Bestenfalls wird die Klage abgewiesen oder abgeschmettert, und die Pflege der Datenbank fortgesetzt. Schlimmstenfalls findet nun eine “Fragmentierung” der Zeitzonen-Datenbanken statt; schließlich muss jeder Unix-/Linux-Hersteller nun selber die Zeitzonen-Änderungen einpflegen. Eine neue Mailingliste hierfür wurde bereits eingerichtet.

Außerdem gibt es Bestrebungen, die Verwaltung der tz-Daten in die Hand der IANA zu übergeben. Interessanterweise stammt der IETF-Draft vom 19.05.2011, nachdem Astrolabe wohl schon am 12.05.2011 die Schließung der tz-Website verlangt hat (siehe Klageschrift).

Ich hoffe mal, dass da schnell eine Lösung gefunden wird. Vor allem gehe ich davon aus, dass die “Großen” (RedHat, SuSE (Novell), Oracle, …), welche tz-data in ihren Distributionen nutzen, für die notwendige Unterstützung sorgen.

Der arme Fahrradkurier

Mittwoch, den 28. September 2011

Der Versandaufkleber einer Serverlieferung, die vorhin eingetroffen ist:

fahrradkurier.jpg

Angekommen sind die Pakete aber mit einem “normalen” Lieferwagen. ;-)

It’s all about shipping.

Freitag, den 16. September 2011

Mit diesen Worten endet ein schöner Blog-Beitrag von Joel Spolsky von gestern:

This is what matters: launching products, getting them in the hands of users, and hearing them get value out of it. That’s why we stay up late, ruin our wrists and our eyesight, and drive our families crazy. It’s all about shipping.

Und wie es der Zufall so will: soeben wurde LiveConfig 1.2.0 - die erste “produktive” Version - online gestellt. :-)

Für Blog-Beiträge werde ich in den nächsten zwei Wochen vermutlich kaum Zeit haben, da nun ein äußerst straffer Zeitplan abläuft. Das nächste Release (1.2.1) ist bereits in Arbeit. Nun wird’s ernst - der Kreis produktiver Nutzer wächst nun stetig an. Und es gibt auch nach wie vor eine Menge an fehlenden oder optimierbaren Funktionen - aber irgendwann muss man schließlich mal eine erste “echte” Version freigeben. It’s all about shipping.

Passwort vergessen

Mittwoch, den 14. September 2011

Ein Kunde hat vorhin zum fünften Mal innerhalb weniger Monate seine Zugangsdaten zu einem bestimmten System bei uns angefordert (dort gibt es leider keine Möglichkeit, sein Passwort selbst zurückzusetzen).

Ich wollte schon fast den Satz “Am besten drucken Sie diese E-Mail aus” anfügen. Der Anstand hat es mir aber letztlich verboten. :-)

Gelungene Überraschung

Montag, den 2. Mai 2011

Letzte Woche kam bei uns ein unerwartetes Paket an:

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Ein Unternehmen aus der Region hatte eine Domain an einen berüchtigten Domaingrabber verloren. Mit dieser Auswahl feiner fränkischer Weine bedankten sie sich nun für die Unterstützung zum Zurückholen der Domain, was (zum Glück) offenbar reibungslos geklappt hatte.

Das Paket wäre natürlich nicht nötig gewesen, aber ich bedanke mich an dieser Stelle trotzdem ganz herzlich. :-)
(die Tatsache, so indirekt auch vom Domaingrabbing zu profitieren, lasse ich mal besser auf Seite ;-) )

Erfolgreiche CeBIT

Dienstag, den 8. März 2011

Die CeBIT 2011 ist vorbei, und wir sind mehr als zufrieden. :-) Für uns war das ja die erste öffentliche Prämiere von LiveConfig, und gleichzeitig die erste Teilnahme an der CeBIT als Aussteller. Beides war überaus spannend, was die physischen Belastungen erträglich machte. Nicht zuletzt das gegenüber von unserem Hotel gelegene Thermalbad war ein absoluter Glücksgriff. :-)

cebit2011.jpg

Von dem positiven Feedback unserer Besucher waren wir durchweg begeistert, auch wenn das manchmal zickende WLAN Probleme bei der Präsentation machte (nächstes Jahr werden wir das alles fest verkabeln). Etwas schade fand ich persönlich, dass man auf der weltgrößten IT-Messe keinen zuverlässigen Handyempfang hat (zumindest das o2-Netz war hoffnungslos überlastet), und WLAN für Besucher stolze 10,- EUR pro Stunde kostete!

Insgesamt war unser Stand war so gut besucht, dass ich es nicht geschafft habe, selber einmal gemütlich über die CeBIT zu spazieren. Nur einige vereinbarte Termine sowie ein Abstecher zu einer Hand voll ausgewählter Stände waren zeitlich drin. Am Abend der legendären Standparty waren wir schon so “platt”, dass wir bereits gegen 21 Uhr die Halle verlassen haben.
Ein paar weitere Bilder sind im CeBIT-Rückblick auf der LiveConfig-Website zu finden.

Eine Woche LiveConfig

Sonntag, den 20. Februar 2011

Das war wirklich eine spannende Woche. Am Montag ist unsere Mailing-Aktion gestartet, bei der wir einer größeren Zahl potenzieller Kunden Unterlagen zu LiveConfig® sowie Freikarten für die CeBIT zugesendet haben. Gleichzeitig ging die erste Pressemitteilung heraus, die auch schon kurze Zeit später im ServerSupportForum erschien. Auf WebHosterNews wurde in einem spannenden Artikel mit provokanter Überschrift über LiveConfig berichtet.

Zudem habe ich (gefühlt) die halbe Woche nur am Telefon verbracht, um viele Gespräche mit Interessenten zu führen. Alles in einem sind wir von dem positiven Feedback begeistert. :-) Die nächste Woche steht nun ganz im Zeichen der letzten Vorbereitungen zur CeBIT - wir müssen noch ein paar Unterlagen zusammenstellen und LiveConfig für den Launch bereitmachen.

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Last but not least: wir haben noch ein paar CeBIT-Tickets übrig - wer uns also vom 01.-05. März 2011 in Hannover besuchen möchte, sollte sich bitte einfach kurz melden. Freikarte kommt dann als eTicket per E-Mail. :-)

[NACHTRAG] Aufgrund der vielen Ticketanfragen: ja, eigentlich möchten wir gerne Leute einladen, die ein Interesse an LiveConfig haben. Alle anderen finden auf eBay auch sehr günstige Tickets. ;-)

Proudly presenting: LiveConfig®

Montag, den 14. Februar 2011

lc-productbox.pngJa, da ist es nun: das Ergebnis monatelanger Arbeit wird in zwei Wochen (am 01.03.2011) auf der CeBIT präsentiert - unsere Serververwaltungssoftware LiveConfig.

Vor über sechs Jahren habe ich mich im Rahmen meiner Studienarbeit quasi “akademisch” mit dem Thema Serververwaltung beschäftigt. Eine umfangreiche Analyse der verfügbaren Produkte brachte einige gemeinsame Schwachpunkte zu Tage, die bis dato offenbar noch niemand angegangen ist. Außerdem hatte ich so die Gelegenheit, mal völlig frei die “Wunsch-Software” zur Serververwaltung zu skizzieren. Erst 2008 habe ich den Entschluss gefasst, die Ideen von damals in einem kommerziellem Produkt umzusetzen. Spätestens die Teilnahme am Businessplan-Wettbewerb Nordbayern brachte so viel positives Feedback, dass wir Mitte 2009 mit der Entwicklung “from scratch” begonnen haben - weitere Vollzeit-Entwickler wurden eingestellt, Fördermittel beantragt, Kontakte geknüpft - und nun isses soweit.

Wir sind tatsächlich mit einem eigenen Stand (Reihe 9, Stand B20) auf der CeBIT 2011 in Hannover vertreten (was ich mir vor 15 Jahren als Schüler nie hätte träumen lassen ;-) ). Dort werden wir LiveConfig in aller Ausführlichkeit präsentieren und den ersten 1000 Interessenten auch eine kostenlose Business-Lizenz anbieten.

Was ist nun das Besondere an LiveConfig? Das auffälligste Merkmal dürfte sein, dass LiveConfig in C/C++ programmiert ist. Alles was für die SSL-geschützte Weboberfläche notwendig ist, ist fest integriert. Administratoren können so also beliebige Versionen von Perl oder PHP auf dem Server installieren, ohne das Control-Panel zu zerschießen. Von manchen anderen Lösungen werden auch regelmäßige Probleme mit PHP-Extensions (insbesondere IonCube Loader) berichtet - das kann es mit LiveConfig nicht geben.

Dabei ist der Code nicht komplett “geschlossen”: die kniffligen Aufgaben, also die tatsächliche Erzeugung der Konfigurationsdateien, werden mit Lua-Scripts erledigt. Lua ist eine sehr einfach erlernbare Sprache und die Scripte liegen im Quelltext vor - können also ohne Probleme an eigene, eventuell exotische Anforderungen angepasst werden.

Der zweite große Unterschied zu vielen anderen Lösungen ist, dass sich LiveConfig minimal-invasiv verhält. Konkret bedeutet das, dass LiveConfig die jeweils eingesetzte Linux-Distribution automatisch erkennt und die von dieser bereitgestellten Softwarepakete konfiguriert. Wer mit LiveConfig etwa einen Webserver verwaltet, bekommt also nicht von uns irgendwelche “eigenen” Apache- und PHP-Pakete aufgedrückt, bei denen er dann bei Updates erstmal warten muss. Im Gegenteil - wir passen uns sogar der Konfigurationsstruktur der jeweiligen Distribution an. Das heißt bei Debian beispielsweise, dass wir unsere vHosts auch in /etc/apache2/sites-available/ anlegen und mit “a2ensite” aktivieren. Das geht so weit, dass man LiveConfig rückstandslos wieder vom Server deinstallieren könnte und alle Dienste im zuletzt konfigurierten Zustand weiter laufen würden.

Meiner Meinung nach hat es normalerweise seinen Grund, warum sich jemand für oder gegen eine bestimmte Distribution entscheidet - seien es persönliche Kenntnisse, Fortbildungen oder unternehmensinterne Richtlinien. Und LiveConfig orientiert sich eben möglichst an den Bedürfnissen des Administrators.

Das Ganze hat natürlich seinen Preis - wir brauchen hier im Team verschiedene Spezialisten für die einzelnen Distributionen, aber das bekommt man gut in den Griff. Nicht zuletzt haben wir eine echt coole Testplattform auf Xen-Basis aufgebaut, in der jede Nacht für alle von uns ausdrücklich unterstützten Distributionen die Software komplett compiliert, installiert, getestet und wieder deinstalliert wird. Sollte mal ein Bug auftauchen (nobody’s perfect), dann können wir über die Testplattform sicherstellen, dass dieser dauerhaft beseitigt ist.

So - genug getextet. Wer Interesse hat, den lade ich herzlich auf die Website http://www.liveconfig.com ein. Die Download-, Demo- und Shop-Seite schalten wir erst zur CeBIT frei - bis dahin wird noch etwas poliert und die letzten Feedbacks unserer heimlichen Betatester berücksichtigt. Diskussionen zu LiveConfig sowie jegliche Fragen dazu sollten am besten direkt im LiveConfig-Forum erfolgen (daher schließe ich auch die Kommentare zu diesem Blog-Beitrag).